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Schloß-Apotheke

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Prostataentzündung (Prostatitis)

Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata). Die Krankheit führt zu Beschwerden wie Schmerzen im Dammbereich und Problemen beim Wasserlassen. Mehr zu Ursachen und Behandlung


Männerorgan: Die Prostata liegt direkt unter der Harnblase

Was ist eine Prostataentzündung?

Die Vorsteherdrüse (Prostata) liegt unterhalb der Blase, ist in etwa so groß wie eine Kastanie und wird von der Harnröhre durchzogen. Die Prostata ist aus einzelnen Drüsenkörpern zusammengesetzt, in denen ein flüssiges, leicht trübes Sekret produziert wird. Bei einem Samenerguss wird das Sekret in die Harnröhre gepresst und mischt sich dort mit Flüssigkeit aus den Samendrüsen und den Spermien zum Sperma. Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse.

Es gibt akute und chronische Prostataentzündungen. Insgesamt ist schätzungsweise die Hälfte aller Männer im Laufe ihres Lebens einmal von einer Prostatitis betroffen. Die häufigste Form ist dabei das chronische Beckenschmerzsyndrom (häufig als "abakterielle" chronische Prostatitis bezeichnet). In einigen Fällen des Beckenschmerzsyndroms werden Entzündungszellen in Urin oder Sperma gefunden (chronisch entzündliches Beckenschmerzsyndrom), andernfalls sind die Proben frei von solchen Zellen (nichtentzündliches Beckenschmerzsyndrom). Zur einer akuten Prostataentzündung kommt es vor allem dann, wenn Bakterien die Vorsteherdrüse befallen (akute bakterielle Prostatitis). Heilt eine solche Bakterieninfektion nicht aus, so kann sie sich zu einer chronisch-bakteriellen Prostatitis entwickeln.



Unser Experte: Professor Dr. med. Wolfgang Weidner, Urologe

Welche Symptome macht eine Prostataentzündung?

Eine Prostataentzündung führt zu unterschiedlichen Krankheitszeichen (Symptomen). In den meisten Fällen empfindet der Betroffene ein Druckgefühl im Dammbereich nahe des Afters und Schmerzen im Unterbauch sowie im Bereich des unteren Rückens. Oft treten auch Probleme beim Wasserlassen auf. So verspürt der Betroffene zwar einen häufigen Harndrang, kann jedoch nur kleine Mengen urinieren. Möglich sind auch Störungen der Sexualfunktion wie Erektionsschwierigkeiten und Schmerzen beim Samenerguss. Eine Infektion mit Bakterien führt teilweise zusätzlich zu Fieber.

Beim Verdacht auf eine Prostataentzündung wird der Arzt den Patienten zunächst untersuchen. So tastet der Urologe die Vorsteherdrüse vom Enddarm her ab. Sie ist meistens geschwollen und teilweise schmerzhaft. Mittels einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann die Veränderung des Prostatagewebes im Rahmen der Entzündung eingegrenzt werden. Insbesondere die Bildung eines Abszesses lässt sich so nachweisen. Um herauszufinden, ob Bakterien die Entzündung verursacht haben, werden Proben von Urin, Blut und gegebenenfalls Sperma im Labor untersucht.

Wie sieht die Therapie bei Prostatitis aus?

Die Behandlung der Prostataentzündung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Sind Bakterien der Auslöser, so sind Antibiotika wirksam. Um den geeigneten Wirkstoff zu finden, wird zunächst eine Bakterienkultur angelegt. Damit lässt sich prüfen, um welchen Erreger es sich handelt und welches Antibiotikum die Erreger wirkungsvoll bekämpft. Andere Formen der Prostataentzündung werden unter anderem mit sogenannten Alphablockern und entzündungshemmenden Mitteln behandelt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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Experten-Sprechstunde mit Professor Rassweiler und Dr. Hruza

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ie hoch ist das erbliche Risiko für Prostatakrebs?

Dass Männer, in deren Familie nähere männliche Verwandte an Prostatakrebs erkrankt sind, häufiger als andere ebenfalls an dieser Krebsart erkranken, wird seit langem beobachtet. Erst vor relativ kurzer Zeit konnte nachgewiesen werden, dass bei Männern mit einer Strukturveränderung (Mutation) im sogenannten BRCA-2-Gen, welche bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden ist, das Risiko steigt, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Dazu zählen neben dem Prostatakarzinom auch Brustkrebs sowie Knochen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hinsichtlich des Prostatakrebses sprechen einige Studien von einem etwa 2,5-fach erhöhten Risiko im Vergleich zu Männern, die keine Mutation des BRCA-2 haben. Die Forschung steht hier aber noch ganz am Anfang; in der täglichen klinisch-urologischen Praxis hat BRCA-2 noch keine Bedeutung.

 

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Ist auch der PSA-Schnelltest zur Früherkennung sinnvoll?

Aus ärztlicher Sicht ist die Durchführung eines PSA-Schnelltests zu Hause nicht ratsam. Der Schnelltest bietet keine ausreichend hohe Sicherheit und kann den Besuch beim Urologen daher nicht ersetzen. Eine hohe Sensitivität (Empfindlichkeit) hinsichtlich Prostatakrebs hat nur der vom Urologen durchgeführte PSA-Test, der vom Arzt im Zusammenhang mit der rektalen Tastuntersuchung und anderen Untersuchungsbefunden (zum Beispiel Hinweise auf gutartige Prostatavergrößerung oder Prostataentzündung) sowie dem Alter des Patienten interpretiert wird. Ein in Eigenregie durchgeführter PSA-Schnelltest kann den Anwender in falscher Sicherheit wiegen oder auch unbegründete Ängste wecken.

 

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Wann ist Prostatakrebs heilbar?

Prostatakrebs ist heilbar, wenn er in einem örtlich (lokal) begrenzten Stadium behandelt wird (klinisches Stadium T1 oder T2, das heißt, wenn es sich um Tumore handelt, die innerhalb der Prostatakapsel liegen). Es darf keine Metastasierung in Lymphknoten, Knochen oder anderen entfernten Organen des Körpers bestehen. Auch bei Tumoren, die schon die Kapsel durchbrochen haben (Stadium T3 und T4), kann noch eine Heilung erzielt werden, die Chancen sind aber deutlich schlechter als bei T1 und T2.
Der Gleason-Score ist eine Skala zur Einschätzung der Bösartigkeit des Tumors in der Prostata. Er wird durch Untersuchung von Proben aus dem Tumor, die mittels Stanzbiopsie gewonnen werden, ermittelt, und hat einen Zahlenwert zwischen 2 und 10. Bei Gleason 2 bis 6 zum Beispiel ist die Prognose des bösartigen Prostatatumors sehr günstig.

Die Therapie der Wahl nach heutigem Stand der Forschung ist die radikale Entfernung von Prostata und Samenblasen. Sie kann über einen Schnitt vorne oberhalb des Schambeins (retropubisch) oder im Dammbereich (perineal) erfolgen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die laparoskopische radikale Prostatektomie (Laparoskopie bedeutet Bauchspiegelung), die ebenso gute Ergebnisse wie die offenen chirurgischen Verfahren bringt, aber Vorteile wie kleine Schnitte (für den Patienten) und eine Kamerasicht mit Vergrößerung (für den Operateur) bietet.

Immer mehr Kliniken bieten die Roboter-assistierte laparoskopische radikale Prostatektomie an. Bei dem System mit dem klangvollen Namen „Da Vinci“ handelt es sich jedoch nicht um einen Roboter, der selbständig am Patienten operieren kann. Vielmehr sitzt ein erfahrener Urologe an einer Bedienungskonsole im Operationssaal und steuert mit seinen beiden Händen die Bewegungen der beiden Roboterarme, die am OP-Tisch die Instrumente führen. Ein zweiter erfahrener Operateur steht steril am OP-Tisch, um zu assistieren und im Notfall eingreifen zu können. Der „Roboter“ hat den Vorteil, dass seine Instrumente im Körper des Patienten besser zu führen und beweglicher sind, so dass komplexe Operationen leichter durchgeführt werden können als mit der klassischen Laparoskopie. Außerdem verfügt das System über ein spezielles Kamerasystem mit zwei Linsen, das dem Operateur eine optimale dreidimensionale Sicht auf das OP-Feld bietet.

Ob die Roboter-unterstützte laparoskopische Chirurgie in Bezug auf die funktionellen Ergebnisse (Kontinenz, Potenz) und die Langzeitergebnisse (zum Beispiel in Bezug auf das Wiederauftreten des Krebses Jahre nach der Operation) Vorteile bietet, wird sich erst in der Zukunft zeigen.


Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza


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Was bring bei Prostatakrebs die Bestrahlung von innen?

Kann die örtliche, niedrig dosierte Dauerbestrahlung von innen bei einem noch günstigen Stadium des Krebses als minimalinvasive Methode Heilung bringen? Wäre hochintensiv gebündelter Ultraschall, über den Enddarm an die Prostata herangebracht, eine Alternative?

Die Brachytherapie (Dauerbestrahlung der Prostata von innen) kann bei niedrigen Prostatakrebs-Stadien eingesetzt werden und Heilung bringen. Es ist jedoch nicht erwiesen, dass sie der Totalentfernung der Prostata überlegen ist, weswegen diese Methode nicht generell empfohlen werden kann. Zu den anderen genannten Verfahren – Ultraschalltherapie und Vereisung – fehlen bisher ausreichende Kurz- und Langzeitergebnisse von größeren Patientengruppen.

 

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza


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Wann hilft eine Hormon- oder Chemotherapie gegen Prostatakrebs?

Fortgeschrittener, nicht mehr kurativ behandelbarer Prostatakrebs – also der Prostatakrebs, der schon so weit fortgeschritten ist, dass er nicht mehr durch eine Totalentfernung der Prostata heilbar ist –, stellt auch heute noch ein therapeutisches Problem dar. Meist werden die betroffenen Patienten mit einer antihormonellen Therapie behandelt: Die komplette medikamentöse Androgenblockade (Androgene ist der Oberbegriff für die Sexualhormone des Mannes) bewirkt das Absinken des männlichen Geschlechtshormons Testosteron auf Kastrationsniveau. Da Prostatakrebs in vielen Fällen testosteronabhängig wächst, kann diese Therapie das Fortschreiten der Erkrankung oft bremsen.

Bei nicht hormonabhängigen Prostatakrebsarten greift die Hormontherapie jedoch nicht. Besonders in solchen Situationen hat die Chemotherapie mittlerweile einen hohen Stellenwert erreicht.

 

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza

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Hilft eine gesunde Ernährung Prostatakrebs vorzubeugen?

Die Ernährung sollte grundsätzlich ausgewogen, fettarm und reich an Ballaststoffen sein. Gemüse, zum Beispiel Tomaten, und Obst wird eine gewisse schützende Wirkung in Bezug auf Prostatakrebs unterstellt.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza


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Unsere Experten

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jens Rassweiler, Facharzt für Urologie und spezielle operative Urologie, medikamentöse Tumortherapie und Andrologie ist Chefarzt der Urologischen Klinik der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH.

Dr. med. Marcel Hruza ist Assistenzarzt an derselben Klinik.


www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: W&B, W&B/Jörg Neisel

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